Veranstaltungen des Bayerischen LeMi-Netzwerkes

LeMi-Fachtag 2019: „MehrSprache! Sprachbildung, Sprachförderung und Mehrsprachigkeit“

In Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg und mit großzügiger Unterstützung der Giesecke+Devrient Stiftung veranstaltete das Bayerische Netzwerk der Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte am 17. Oktober 2019 den Fachtag „MehrSprache! Sprachbildung, Sprachförderung und Mehrsprachigkeit“ in Augsburg. Dieser richtete sich vor allem an Lehramtsanwärter und Referendare aller Schularten mit Ausbildung in Deutsch als Zweit- und Fremdsprache sowie Lehramtsstudierende.

In ihrem Impulsvortrag untersuchte Frau Prof. Dr. Kristina Peuschel vom Lehrstuhl für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und seine Didaktik der Universität Augsburg zunächst die Möglichkeiten und die Rolle der digitalen Medien im DaZ-Unterricht. Nach der Mittagspause besuchten die insgesamt über 60 Teilnehmer je zwei der sechs im Rahmen des Fachtages angebotenen Workshops und beschäftigten sich unter anderem mit Mehrsprachigkeit, mit sprachsensiblem Unterricht sowie mit sprachlernförderlicher Unterrichtskommunikation, lernten die Besonderheiten des Unterrichtens in einer Deutschklasse kennen und untersuchten an Fallbeispielen, wie Lehrkräfte interkulturell sensibel handeln, oder schlüpften in die Rolle eines Seiteneinsteigers an einem Gymnasium. Begleitet wurden sie dabei von Dozenten der Universität Augsburg und erfahrenen Lehrkräften verschiedener Schularten.

Für ein besonderes Highlight sorgte die Fotografin Laurence Grangien, die in einem kurzen Interview ihre letzten Arbeiten vorstellte: Im Frühjahr 2019 reiste sie in ein Flüchtlingscamp im Irak und hielt ihre Eindrücke dort fotografisch fest. Dabei ging es nicht nur darum, was es bedeutet, in einem Flüchtlingscamp aufzuwachsen, sondern auch darum, wie Schüler mit Fluchterfahrung im deutschen Schulsystem gefördert werden können.


LeMi-Fortbildung „Demokratieerziehung und Wertebildung im interkulturellen Kontext“

Vom 24. bis 26. Juni 2019 fand – in Kooperation zwischen dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung und der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung sowie dem Bayerischen Netzwerk für Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte - die dreitägige Fortbildung „Demokratieerziehung und Wertebildung im interkulturellen Kontext“ in Dillingen statt. Zum ersten Mal nahmen Mitglieder des LeMi-Netzwerkes, Berater Migration und interessierte Lehrkräfte an einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Ziel Austausch und kollegiale Beratung teil. Neben den Erfahrungsberichten aus den jeweiligen Arbeitsfeldern und der Erarbeitung eines Konzeptes zur Stärkung des Austausches und der Zusammenarbeit zwischen Beratern Migration und LeMi wurden auch konkrete aktuelle Fragen diskutiert, wie zum Beispiel die Ausbildung der Islamlehrkräfte in Bayern oder die Verankerung der Interkulturellen Bildung in der Lehrerausbildung.

Während der an die Fortbildung anschließenden LeMi-Vollversammlung wurde der neue Vorstand des LeMi e.V. gewählt.



LeMi-Fachtag 2017: „An(ge)kommen im Bayerischen Schulsystem“

Über 100 Lehrkräfte unterschiedlicher Schularten sowie Referendare und Studierende nahmen an den LeMi-Fachtagen in München (10. November 2017) und in Nürnberg (8. Dezember 2017) teil. Die ganztägigen Veranstaltungen mit dem Titel „An(ge)kommen im Bayerischen Schulsystem“ wurden vom Arbeitskreis „Lehrer mit Migrationsgeschichte“ in Kooperation mit der Giesecke & Devrient Stiftung und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst durchgeführt und griffen einige der schwierigen Fragestellungen aus dem schulischen Alltag auf: Während der Impulsvortrag sich der interkulturellen Wertebildung widmete, beschäftigten sich die angebotenen Infoshops unter anderem mit Themen wie Alphabetisierung, sprachsensibler Fachunterricht und Deutsch als Zweitsprache, Beschulung von Kindern mit Fluchthintergrund sowie Umgang mit Traumatisierung bei Kindern. Der ISB-Arbeitskreis LeMi informierte im Rahmen der Fachtage über die Ziele und Schwerpunkte seiner Arbeit und stellte einige aktuelle statistische Daten zu Schülern mit Migrationshintergrund an bayerischen Schulen vor. In München beantwortete der Ministerialrat Herr Dr. Ulrich Seiser in einem Interview Fragen zu aktuellen Vorhaben und Projekten des Bayerischen Kultusministeriums im Bereich Integration. In Nürnberg ging Frau Regierungsschulrätin Antje Döllinger in einem moderierten Gespräch auf das Thema Rahmenbedingungen für Wertevermittlung an Schulen in Mittelfranken ein.

Eine exklusive Fotoausstellung lud die Teilnehmer außerdem zur Reflexion und Gedankenaustausch ein: Mit ihren ausdrucksstarken Bildern aus Kriegsgebieten ermöglichte die Fotografin Laurence Grangien einen einmaligen Einblick in die Lebensrealität vieler Familien und Kinder mit Fluchterfahrung.